LeadAwards 2016

“Artist for Safer Sex”, die HIV/AIDS-Präventions- und Spendenkampagne der Schirner Zang Foundation wurde bei dem LeadAwards 2016 als “Kampagne des Jahres” ausgezeichnet.

“SafySex”-Kampagne von Schirner Zang Foundation, Ausstellung “Visual Leaders”, Deichtorhallen Hamburger, 27. Aug. – 30. Okt. 2016

“SafySex”-Kampagne von Schirner Zang Foundation, Ausstellung “Visual Leaders”, Deichtorhallen Hamburger, 27. Aug. – 30. Okt. 2016

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“SafySex”-Kampagne von Schirner Zang Foundation, Ausstellung “Visual Leaders”, Deichtorhallen Hamburger, 27. Aug. – 30. Okt. 2016

Beitrag in W&V 26-2016

W&V_Artikel

Zuerst als Bilder im Kopf

Schirner Zang Foundation   Ästhetisch anspruchsvol wie Designfotografie ist die HIV.Präventickampagne „Artists for Safer Sex“. 24 Künstler enthüllen jeden Samstag auf safy-sex.de die ihre Version eines erigierten Penis mit Hand und Kondom. Die Fotos werden vorar nach dem Prinzip „Bilder im Kopf“ als Textanzeigen in Print- und digitalen Medien beschrieben und auf der Website angekündigt. Das erste „Safy“ stammt von Stylist und Make-Up-Artist Armin Morbach. Flankierend gibt es digitalbasierte Mitmachaktionen. Hinter der Initiative stehen Werberlegende Michael Schirner und seine Frau Kexin Zang. ph

(Ein Beitrag in W&V 26-2016)

 

Warum 24 Fotokünstler erigierte Penisse ablichten

von Tim Theobald, Montag, 04. Juli 2016

Ein Beitrag von Horizont.net

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Mit erigierten Penissen gegen AIDS: Diese simple Kreatividee hat Kexin Zang, Ehefrau der Werberlegende Michael Schirner, gemeinsam mit internationalen Fotokünstlern umgesetzt. Das Ergebnis ist die ungewöhnliche Aufklärungskampagne „Artists for Safer Sex“, die eine Verbindung zwischen gedruckter und digitaler Werbung herstellt.

Im Mittelpunkt des Online-Auftritts auf der Kampagnenwebsite Safy-Sex.de stehen insgesamt 24 Motive, die auf besondere Weise mit dem Betrachter spielen: In einer ersten Phase werden die anzüglichen Fotos nicht gezeigt, sondern lediglich in Textanzeigen beschrieben (siehe oben). Nach einigen Tagen veröffentlicht die Schirner Zang Foundation dann jeweils das tatsächliche Fotomotiv (unten).

Safy Nr. 2, fotografiert von Anatol Kotte

Safy Nr. 2, fotografiert von Anatol Kotte

 

Mit den aufmerksamkeitsstarken Anzeigen will Schirner Zang  den Gebrauch von Kondomen steigern und Spenden für die HIV-Forschung sammeln. „Das Problem mit HIV/AIDS ist, dass viele meinen, HIV/AIDS sei heute kein Problem mehr. Und sich deshalb mit dem Erreger der Immunschwächekrankheit AIDS infizieren“, so Kexin Zang, die 2012 gemeinsam mit Michael Schirner die gemeinnützige Schirner Zang Foundation gegründet hat. Der 75-Jährige – seit Ende der 1960er Jahre in der Werbung – gilt als Legende der Kreativbranche. Als Chef der GGK Werbeagentur in Düsseldorf erhob er Werbung zur Kunstform und arbeitete im Laufe der Jahrzehnte für Kunden wie Adidas, ARD, ZDF, Schwäbisch-Hall, Beiersdorf, Hugo Boss oder IBM.

Auf der Kampagnen-Website finden sich neben den kunstvoll inszenierten Motiven weitere Bilder und Making-of-Videos der beteiligten Fotografen wie Armin Morbach, Anatol Kotte und Joachim Baldauf. So fungiert die Seite als „audiovisuelles Aktionszentrum“ der „Artists For Safer Sex“-Initiative, wie es in einer offiziellen Mitteilung heißt. Neben den Fotografen sind am Design des Auftritts auch die Agenturen Hi-Res!, Philipp und Keuntje, Razorfish und The Adventures Of beteiligt. tt

(Quelle: http://www.horizont.net/agenturen/nachrichten/Artists-For-Safer-Sex-Warum-24-Fotokuenstler-erigierte-Penisse-ablichten-141174)

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Aufklären mit Dickpics

Redaktion: Marc Zimmer
Moderation: Konrad Spremberg
Ein Beitrag von detektor.fm

(Klick hier um den Interview zu hören)

 

In fünf Jahren keine neuen HIV-Infektionen mehr, das ist das Ziel der Kampagne „Artists for Safer Sex“. Der Schlüssel zum Erfolg: Fotos von erigierten Penissen. Wie das funktionieren soll, hat uns der Macher der Aktion erklärt.

Safy Sex: Ungewöhnliche Kampagne gegen Aids

Jeder kennt sie, die “Mach’s mit”-Plakate. Sie werben für einen verantwortungsvollen Umgang mit Sex und die Verwendung von Kondomen. Klassische Aids-Prävention. Jetzt kommen die “Artists for Safer Sex” mit einer Aufklärungskampagne der anderen Art: Statt Fakten und Infos zu Aids und Co. gibt es die sogenannten “Safys“: 24 kunstvolle Fotos von erigierten Penissen sollen Aufmerksamkeit für das Thema erzeugen. Wochenweise kommen neue Bilder auf die Website. Gleichzeitig wird in Zeitschriften und Zeitungen für die Aktion “Safy Sex” geworben, dort allerdings ohne Penis-Fotos. Bei der Aktion haben sich die Macher einiges vorgenommen:

Ziel ist es in den Ländern, in denen die Kampagne läuft, die Zahl der HIV-Neuinfektionen auf Null zu bringen. – Michael Schirner, Artists for Safer Sex

Kunst und Aufklärung

Für die Fotos haben sich Schirner und seine Frau Kexin Zang renommierte Fotografen und Fotografinnen ins Boot geholt, etwa den bekannten Modefotografen Armin Morbach. Die einzige Vorgabe für die Bilder: Hochformat, Hand, Kondom, Penis. Die Ergebnisse unterscheiden sich aber zum Teil stark, so Schirner.

Dass sie ausgerechnet jetzt so eine Kampagne starten, liegt daran, dass die Zahlen der HIV-Infektionen und Aids-Erkrankungen in den letzten Jahren wieder gestiegen sind selbst in einigen Ländern Europas. Einer der Initiatoren, die Werbelegende Michael Schirner, erklärt im Gespräch mit detektor.fm-Moderator Konrad Spremberg das Konzept.

(Quelle:https://detektor.fm/gesellschaft/aids-kampagne-safy-sex-gegen-hiv)

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Gleiches Virus – ungleiche Chancen

Von Pamela Dörhöfer
Frankfurter Rundschau Online

In Afrika stellt Aids immer noch die häufigste Todesursache bei Jugendlichen dar.  Foto: REUTERS

In Afrika stellt Aids immer noch die häufigste Todesursache bei Jugendlichen dar. Foto: REUTERS

In reichen Ländern lässt es sich mit HIV recht lange leben. In Afrika dagegen bleibt Aids eine häufige Todesursache.

Viele Meldungen zu HIV aus der jüngeren Vergangenheit klingen hoffnungsvoll: Weltweit stecken sich immer weniger Menschen an, seit dem Jahr 2000 sind die Zahlen um 35 Prozent zurückgegangen. In einigen afrikanischen Ländern wie Südafrika oder Uganda, wo Aids früher ganze Dörfer dahinraffte, zeigen Programme zur Prävention und Therapie inzwischen Erfolge. Im einstmals ebenfalls stark betroffenen Thailand gelang es, die Epidemie einzudämmen.

Rechtzeitig erkannt, müsste heute eigentlich niemand mehr an den Folgen einer HIV-Infektion sterben; und in wohlhabenden Ländern geschieht das auch nur noch relativ selten. Mit Medikamenten, die zwar lebenslang eingenommen werden müssen, aber mit immer weniger Nebenwirkungen belasten, lässt sich die Viruslast inzwischen bis unter die Nachweisgrenze senken und ein Leben fast ohne Einschränkungen führen. So vermeldet das Unaids-Projekt der Vereinten Nationen für 2014 auch 42 Prozent weniger Aidstote als noch 2004.

Doch die positive Entwicklung ist ein fragiles Gebilde – und nur ein Teil der Wahrheit: Nach wie vor ist Aids die häufigste Todesursache unter Jugendlichen in Afrika und die zweithäufigste bei Heranwachsenden weltweit, sagt Holger Rabenau, vom Institut für Medizinische Virologie des Universitätklinikums Frankfurt, dem Nationalen Referenzzentrum für Retroviren. Afrika südlich der Sahara bleibt trotz regionaler Erfolge der große Brennpunkt: Dort leben rund 26 Millionen der weltweit knapp 37 Millionen infizierten Menschen. Etwa die Hälfte aller Jugendlichen mit HIV verteile sich auf sechs Länder, sagt Rabenau: Kenia, Nigeria, Südafrika, Mosambik, Tansania und Indien.

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In Johannesburg wird HIV-positiven Frauen und Kindern geholfen. Doch vor allem in ländlicheren Regionen ist die Versorgung mit Medikamenten deutlich schwieriger. Foto: REUTERS

Auch steigen die Infektionszahlen in Gebieten, die in der öffentlichen Wahrnehmung im Zusammenhang mit HIV bislang kaum auf dem Schirm waren. Das gelte für Länder in Osteuropa und Zentralasien, speziell Russland, sagt Holger Wicht, Sprecher der Deutschen Aids-Hilfe. Aber auch in Nordafrika und dem Mittleren Osten gehen die Zahlen nach oben, wenngleich auf niedrigem Niveau; die Gründe dafür ließen sich noch nicht einschätzen, sagt Hendrick Streeck, Leiter des Instituts für HIV-Forschung des Universitätsklinikums Essen. Aufgrund des restriktiven Umgangs mit Sexualität in diesen Ländern geht Holger Wicht zudem von einer Dunkelziffer aus.

Überhaupt dürften nach Schätzungen von Unaids rund um den Globus wahrscheinlich rund 17 Millionen Menschen nichts von ihrer Infektion wissen. Und immer noch hat mehr als die Hälfte aller Infizierten keinen Zugang zur Therapie, sagt Holger Wicht. „Der Status quo reicht nicht aus“, mahnt Hendrik Streeck: „Wenn wir es nicht schaffen, die Epidemie bis 2020 zu kontrollieren, besteht die Gefahr, dass wir auf den Stand von vor zehn Jahren zurückfallen.

Vor allem in Afrika sehe ich die Gefahr, dass das Virus Resistenzen entwickeln könnte. Das würde zu einem Problem wie bei Antibiotika führen: Die Medikamente wirken dann möglicherweise nicht mehr.“

Insbesondere in ländlichen Regionen Afrikas sei die Versorgung mit den lebensrettenden Arzneimitteln bis heute „bruchstückhaft“. Das habe nicht nur mit mangelnder Infrastruktur vor Ort, sondern oft auch mit Lieferengpässen zu tun, die zuweilen bereits in den Herkunftsländern ihren Ausgang nehmen: „Es gibt Monate, in denen keine Medikamente ankommen.“

In Afrika sind neben Jugendlichen vor allem Frauen die Leidtragenden der Epidemie: Sie sind die Schwächsten in einer von Männern dominierten Gesellschaft und können sich häufig weder gegen erzwungenen Geschlechtsverkehr wehren noch auf der Benutzung eines Kondoms bestehen. Zudem fördert Armut Prostitution. Experten diskutieren, ob man diesen Frauen mit einer vorbeugenden Gabe antiviraler Medikamenten – einer Präexpositionsprophylaxe – helfen könnte. Ein entsprechendes Programm existiert aber noch nicht.

In Industriestaaten konnte durch die Versorgung mit sterilen Spritzen die Ansteckungsgefahr für Drogenabhängige minimiert werden.  Foto: REUTERS

In Industriestaaten konnte durch die Versorgung mit sterilen Spritzen die Ansteckungsgefahr für Drogenabhängige minimiert werden. Foto: REUTERS

In den Industriestaaten stellen dagegen homosexuelle Männer die größte Gruppe unter den HIV-Infizierten dar – vor allem in jenen Ländern, wo durch die Versorgung mit sterilen Spritzen die Ansteckungsgefahr für Drogenabhängige minimiert werden konnte. Auch ist der Heroinkonsum zugunsten anderer Substanzen wie Crystal Meth, die oft nicht injiziert werden, in den Hintergrund gerückt. In den Ländern der ehemaligen Sowjetunion sieht die Situation anders aus: Dort sei die Übertragung von HIV beim Drogenkonsum „weit verbreitet“, sagt Holger Wicht, aber es gebe auch unter schwulen Männern eine Epidemie: „Homosexualität und Drogen sind dort enorm tabuisiert.

Das schreckt Menschen ab, sich testen zu lassen und Hilfe zu suchen. Sie würden damit in Erklärungsnot kommen. Viele wissen deshalb nichts von ihrer Infektion.“ Auch mangele es an gezielten Angeboten. Hendrick Streeck weist zudem auf den Zusammenhang von HIV mit Krieg und Armut hin, spricht vom „War in the blood“: „Krieg führt zu mehr Vergewaltigungen und Prostitution – und gleichzeitig zu weniger Prävention und Medikamenten.“

Aids bis 2030 weitgehend zu besiegen: Dieses Ziel hat Unaids ausgegeben. Die Präventions- und Spendenkampagne der Schirner Zang Foundation will die Zahl der Neuinfektionen sogar binnen der nächsten fünf Jahre auf Null bringen. Ein besonders wirksames Instrument, das zu erreichen, wäre freilich eine Impfung. Doch ein effektiver, dauerhafter Schutz konnte bislang nicht entwickelt werden. „Ein Ende der Epidemie ist möglich“, ist Holger Wicht überzeugt. „Die Frage ist, ob die Welt bereit ist, den Preis dafür zu bezahlen“, sagt Hendrik Streeck. Denn dafür müsste die Weltgemeinschaft jährlich zweistellige Milliardenbeträge in US-Dollars ausgeben.

(Quelle: http://www.fr-online.de/hiv-und-aids/hiv-gleiches-virus—ungleiche-chancen,34335852,34386402.html)

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www.safy-sex.de

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